Meine ALB-Sichten - Eisnebel bei Eglingen

Der Winter ist noch nicht vorbei, die Temperaturen der Nacht sind zum Teil noch immer deutlich unter dem Gefrierpunkt und doch gibt mir die durch die wärmeren Tage langsam schwindende Schneepracht das Gefühl, dass die Zeit der Schnee- und Eisbilder für diese Saison zu Ende gehen könnte.

Gut, dass ich am letzten Wochenende nochmals ausgiebig die Gelegenheit genutzt hatte, die weiße Pracht während eines anbrechenden ALB-Tages zu genießen.

Am Abend zuvor hatte ich den Entschluss gefasst, mir eine ALB-Ecke zu suchen, bei der ich sowohl eine geschlossene Schneedecke vorfinden würde, wie auch der angekündigten Nebel-Möglichkeit eine Chance geben konnte.

Meine Wahl fiel, dank des Tipps einer Albtips-Autorin, auf Eglingen als Ausgangsort meiner Morgen-Runde. Dass es dort noch ausreichend Schnee für meine Tour gab konnte ich schon alleine daran erkennen, dass ich zunächst eine Zeit lang nach einem passenden Parkplatz suchen musste. Rechts und links der Straße lag nämlich so viel Schnee, dass es unmöglich war, am Straßenrand zu parken. Zum Glück fand ich vor einem großen Geräteschuppen einen freien Stellplatz.

Durch die Parkplatzsuche war ich etwas zu spät dran, so dass sich schon beim losgehen das erste Licht des Tages am Horizont zeigte. Und dieses Licht verhalf mir zu einem der beruhigendsten Anblicke der letzten Zeit. Für mich ein wahrer ZEN-Anblick.


Nachdem ich den erhofften Nebel schon fast wieder vergessen hatte zeigten sich am Horizont dann die ersten leichten Nebelschwaden, denen ich aber zunächst keine allzu große Bedeutung beigemessen hatte.

Aber dann zogen immer mehr davon aus dem Tal auf die Hochfläche und mir wurde klar, dass sich die Lichtstimmung bald verändert würde.

Und dann kam sie auf mich zu. Weiß, kalt und so mächtig, dass die ganze Farbe aus dem Himmel und der Landschaft wich. Es war ein regelrechter Eisnebel, denn überall wo sich die Nebelwalze ihren Weg bahnte war danach alles mit Raureif überzogen.
Es dauerte nur ein paar wenige Minuten. Aber es war Zeit genug, dass der eiskalte Nebel mein Kameraobjektiv gefrieren lassen konnte. So musste ich erst einmal die Linse von den Eiskristallen befreien bevor ich wieder auf die Rückkehr der Farben genießen konnte.



Und dann half nicht nur der leichte Wind den Nebel zu vertreiben sondern auch die am Horizont aufsteigende Sonne.



Je nachdem wie dicht die ziehenden Nebelschwaden waren konnte man die Sonne mal mehr und mal weniger zwischen den Bäumen erkennen.

Aber irgendwann war es dann soweit. Der Nebel zog sich wieder in das Tal zurück, so dass er nur noch in der Ferne zu sehen war. Und alles was übrig blieb war ein wundervoller blauer Himmel.

Und so konnte ich das zweite Mal an diesem Tag einen Anblick genießen, der mir das Gefühl von absoluter Ruhe vermittelte.

Solche Naturschauspiele lassen mich die ALB-Stille auch bei -15°C mit Freude erleben.